WArum wir schubladen haben -
und was wir dabei übersehen
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WAS WIR NICHT SEHEN, OBWOHL ES DA IST
Drei kleine Erlebnisse zum Ausprobieren. Und die Frage, warum unser Kopf so arbeitet.
1. Der Punkt, der verschwindet
Schliessen Sie das linke Auge und schauen Sie mit dem rechten nur auf das Kreuz. Gehen Sie langsam näher an den Bildschirm heran oder weiter weg. Irgendwann verschwindet der rote Punkt.
Der Punkt ist da, aber Sie sehen ihn nicht. An dieser Stelle hat das Auge keine Sehzellen. Das Gehirn füllt die Lücke mit dem, was rundherum ist, und wir merken nichts davon.
Der Punkt ist da, aber Sie sehen ihn nicht. An dieser Stelle hat das Auge keine Sehzellen. Das Gehirn füllt die Lücke mit dem, was rundherum ist, und wir merken nichts davon.
2. Das Wort, das niemand sieht
Lesen Sie den Satz im Dreieck:
Haben Sie das doppelte «im» bemerkt? Der Kopf liest, was er erwartet.
3. Das Grosse, das übersehen wird
Zählen Sie im Video, wie oft die Spielerinnen und Spieler in Weiss den Ball weitergeben.
Etwa die Hälfte der Menschen übersieht dabei etwas Grosses, obwohl es direkt vor ihren Augen geschieht. Wer sich stark auf etwas konzentriert, übersieht anderes.
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WARUM WIR SCHUBLADEN HABEN
Unser Gehirn macht nur etwa zwei Prozent unseres Körpergewichts aus, braucht aber rund einen Fünftel unserer Energie. Darum spart es, wo es kann. Es ordnet Neues blitzschnell in Bekanntes ein.
Früher war das überlebenswichtig. Wer im Gras etwas Langes sah und sofort zurücksprang, war im Vorteil. Erst genau hinschauen, ob es ein Stock oder eine Schlange ist, konnte zu spät sein.
Schubladen sind also keine Dummheit, sondern Energiesparer. Schwierig wird es erst, wenn eine Schublade zubleibt. Dann sehen wir vor allem, was hineinpasst, und übersehen den Rest.
Das steckt schon im Wort «Vorurteil»: ein Urteil, das gefällt ist, bevor wir hingeschaut haben.
Früher war das überlebenswichtig. Wer im Gras etwas Langes sah und sofort zurücksprang, war im Vorteil. Erst genau hinschauen, ob es ein Stock oder eine Schlange ist, konnte zu spät sein.
Schubladen sind also keine Dummheit, sondern Energiesparer. Schwierig wird es erst, wenn eine Schublade zubleibt. Dann sehen wir vor allem, was hineinpasst, und übersehen den Rest.
Das steckt schon im Wort «Vorurteil»: ein Urteil, das gefällt ist, bevor wir hingeschaut haben.
UND IM ALLTAG ?
Im Alltag ist es oft ähnlich. Wo uns etwas fehlt, ergänzen wir es mit dem, was wir erwarten. Und worauf wir uns konzentrieren, bestimmt, was wir sehen. Darum frage ich gern: Was gelingt bereits?
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